KV Würzburg - Stadt

„Mut zu Europa“ - Die Grünen feiern Europa mit Ska Keller und betonen die Bedeutung der EU

Den Europatag begingen die Würzburger Grünen mit einem besonderen Gast und Feier zu Ehren Europas. Zu ihrer großen Veranstaltung im Felix-Fechenbach-Haus kamen über hundert Gäste, um mit ihnen zu feiern, auf die Errungenschaften der Europäischen Union (EU) zurückzublicken und mit Hoffnung, Mut und Vorfreude in Europas Zukunft zu schauen.

Neben Stadtrat und Landtagskandidat Patrick Friedl und dem Landtagsmitglied Kerstin Celina folgte eine Große auf europäischem Parkett der Einladung nach Würzburg: Ska Keller, Mitglied des Europaparlaments und Vorsitzende der Europäischen Grünen. Vor gut gefülltem Haus im Stadtteilzentrum Grombühl wurde eines deutlich: die Grünen sind begeistert von Europa und sie sind in der Lage und bereit, diese Begeisterung zu transportieren.

So eröffnet Friedl dann auch den Abend: „Wir wollen heute Mut machen zu Europa!“ Dafür gibt es viel Applaus. Er wirft zunächst aber noch einen Blick voraus Richtung Landtagswahl in Bayern und macht neugierig auf den bevorstehenden Wahlkampf der Grünen. „Wir wollen Sie heute und in den nächsten Monaten mit spannenden Themen begeistern, damit möglichst viele Menschen sehen, wie wichtig es ist, dass es eine Grüne Stimme in Bayern gibt“, sagt er. Das Ziel der Grünen umreißt er dabei klar und deutlich: „Wir hoffen sehr darauf, dass das der Tag ist, an dem wir erleben dürfen, dass die absolute Mehrheit für eine Partei in Bayern der Vergangenheit angehört.“ Die vielen Gäste an diesem Abend teilen seine Hoffnung mit viel Applaus.

Patrick Friedl: „Heute geht es aber um Europa und darum, seine Errungenschaften, Vorteile und Chancen für uns alle zu feiern und uns ins Bewusstsein zu rufen. Die Krisen der heutigen Zeit sorgen leider dafür, dass Europa immer wieder ein Stück weit um seinen Zusammenhalt kämpfen muss. Es ist an uns allen, seine Stärken immer wieder zu betonen und uns für ein starkes Europa auch in der Zukunft einzusetzen.“ Eine Aufforderung richtet Friedl diesbezüglich in Richtung der politischen Vertreter der Stadt. „Europa hat es verdient, dass wir auch auf der städtischen Ebene für Europa werben“, macht er klar.

Der Stadtrat führt drei Beispiele aus, an denen sich zeigt, wie wichtig Hilfe und Unterstützung der EU auch für Würzburger und unterfränkische Belange ist. Der vom Aussterben bedrohte Feldhamster zählt auf die EU und deren Vorgaben zum Umgang mit bedrohten Arten. Die Wasserrahmenrichtlinie soll helfen, unsere unterfränkischen Gewässer wieder in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen. Dort, ebenso wie im Punkt der Grenzwerte zur Luftverschmutzung, bestehe noch sehr großer und dringender Handlungsbedarf. Friedl: „Die entsprechenden Vorgaben der EU, verbunden mit drohenden Strafen und Strafzahlungen sind hierbei ein wesentlicher Aspekt, um Entwicklungen und Maßnahmen anzuregen und diese zügig und entschlossen umzusetzen.“

Kerstin Celina, Mitglied des Bayerischen Landtages, die sich im Herbst wieder zur Wahl stellt, blickt gleichfalls mit Begeisterung auf Europa. Sie erinnert an die Entstehung der Europäischen Union und betont deren wesentliches Ziel, das wir alle nicht aus den Augen verlieren dürfen. „Eine gemeinsame europäische Währung und das europäische Zusammenwachsen waren eine bewusste politische Entscheidung, die dazu dienen sollte, einen Krieg dauerhaft zu verhindern“, ruft sie allen Anwesenden ins Gedächtnis. „Europa ist nicht nur ein Wirtschaftsraum, es ist ein politisches Friedensprojekt.“ Dafür erntet sie lautstarke Zustimmung,

Dann lenkt Celina den Blick Richtung Osteuropa. Sie selbst war in den letzten Jahren dreimal in Tschechien und ist begeistert von diesem Land. „Gerade an unseren Beziehungen zu Tschechien sehen wir, wie weit wir vorangekommen sind in Anbetracht der tragischen Geschichte, die Deutschland und Tschechien miteinander verbindet und die uns lange Jahre, gar Jahrzehnte getrennt hat.“ Sie macht weiterhin deutlich: „Tschechien ist nur eines von vielen wunderbaren Ländern in Osteuropa, auf die wir unseren europäischen Fokus in den nächsten Jahren viel mehr richten sollten.“ Celina ist bewusst, dass das politisch manchmal schwierig ist, dennoch ist sie voll und ganz überzeugt: „Der Dialog und die Zusammenarbeit mit Ländern, die lange außerhalb unseres Blickfeldes waren und die eine andere Entwicklung hinter sich haben als wir, dieser Dialog lohnt sich.“ Sie schließt mit einem klaren Bekenntnis zu Europa und einer eindeutigen Botschaft zum Zusammenhalt: „Europas Zukunft gestalten wir nur zusammen!“

Auch für musikalische Unterhaltung sorgen die Grünen an diesem Abend. Landtagskandidat Marc Selariu ist heute nicht nur leidenschaftlicher Grüner und Europäer, sondern greift ebenso überzeugend zur Gitarre. „Die Gedanken sind frei“ singt er in eigener Überarbeitung und berichtet danach von seinen zahlreichen Radtouren durch Europa. „Grenzen merkt man dabei meist nur daran, dass sich der Straßenbelag ändert“, beschreibt er die für ihn besonderen Momente, wenn er innereuropäische Grenzen überquert.

Bevor Ska Keller das Mikrofon übernimmt, lässt es sich Patrick Friedl nicht nehmen, allen Gästen, Helfern und Rednern des Abends nochmals herzlich zu danken. Friedl: „Besonders froh sind wir natürlich alle über den Besuch von Ska Keller. Die studierte Islamwissenschaftlerin wurde bereits im Alter von 27 ins EU-Parlament gewählt und steht dort seit Jahren an der Spitze starker Grüner. Damit übergibt er dann an Ska Keller, die entschlossen und enthusiastisch eine Lanze für Europa bricht, die von ihrer Arbeit berichtet, den Erfolgen und Fortschritten, aber auch von den Rückschlägen und die es sich eben nicht nehmen lässt, mit den Anwesenden ein Gespräch zu führen - über Subventionen, Verteilungsgerechtigkeit, Flüchtlinge, den Klimaschutz, über Errungenschaften, aber auch über Probleme und Aufgaben Europas, die es noch zu lösen gilt. Ihre Rede ist vor allem eines: ein starkes Plädoyer für Zusammenhalt und Zusammenarbeit innerhalb Europas.

Ska Keller: „Klima- und Umweltprobleme, ebenso wie Migration, kennen keine Grenzen. Kein einziges Land kann alleine mit verschmutzten Gewässern und mit allen Flüchtlingen klar kommen, Flüsse und Menschen überqueren Grenzen.“ Sie spricht das Thema der sozialen Gerechtigkeit an, fordert faire Löhne und bezieht klar Position: „Wir müssen als Europa gemeinsam auftreten und dürfen es nicht mehr zulassen, dass wir diesen Wettbewerb um billigere Löhne zwischen den einzelnen Ländern haben. Nur mit einem gemeinsamen Wirtschafts- und Sozialkonzept kann es zusammen vorangehen.“ Das Thema Frieden in Verbindung mit globaler Gerechtigkeit liegt Ska Keller am Herzen. Das wird spätestens dann deutlich, als sie das Atomabkommen mit dem Iran anspricht. „Wir in Europa sollten versuchen, dieses Abkommen aufrechtzuerhalten. Dann können wir global eine wichtige Rolle spielen“, sagt sie.

Dann wendet sich Ska Keller der Bekämpfung der Fluchtursachen zu. Dabei benennt sie klar: „Passiert ist viel zu wenig, obwohl einige schon seit den siebziger Jahren darüber reden und obwohl wir alle wissen, was zu tun ist: faire Handels- und Fischereipolitik, keine Waffenexporte in Krisenregionen!“ Und benennt eines der wesentlichen Ziele der EU: „Europa kann als Friedensmacht auftreten, als Block, der sich einsetzt für Diplomatie, für Krisenprävention, für Mediation.“

Zum Ende lässt sie einige Erfolge der Grünen innerhalb Europas Revue passieren. „Wir Grüne in Europa haben auch als kleine Fraktion schon einiges erreichen können“, verkündet sie selbstbewusst. „Bei der Arbeit im Europaparlament kann es dabei durchaus ein Vorteil sein, mit wechselnden Mehrheiten arbeiten zu müssen. Liefert man überzeugende Argumente, gewinnt man diese Mehrheiten eben auch.“ So sei es auch den Grünen zu verdanken, dass die Kommission jetzt endlich Vorschläge für eine Plastiksteuer unterbreitet hat und das der Datenschutz im Fokus steht. „Es gibt große und kleine Erfolge“, stellt sie fest, „aber es bewegt sich etwas. Europa ist das, was wir daraus machen!“

Sehr erfreut waren die Grünen über die Beteiligung von „Pulse of Europe“ und der Deutsch-Französischen Gesellschaft an ihrer Europa-Feier, die mit ihren Infoständen zu einem rundum gelungenen Abend beigetragen haben.


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Martin Heilig - Oberbürgermeister für Würzburg

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