Würzburg – Wein – Wandel: Wein-Kulturspaziergang der Grünen blickt auf ökologische Herausforderungen im Weinbau

Rund dreißig Teilnehmende folgten am 31. Januar der Einladung der Arbeitskreise Ökologie und Kultur der Würzburger Grünen zum Wein-Kulturspaziergang „Würzburg – Wein – Wandel“. Die Veranstaltung verband Einblicke in Geschichte und Kultur des Würzburger Weines mit aktuellen Fragen zu Klimawandel, Nachhaltigkeit und Zukunft des Weinbaus.

Begrüßt wurden die Gäste von Stadträtin Molina Klingler, Co-Sprecherin beider Arbeitskreise. Sie betonte: „Wein prägt Würzburg kulturell und wirtschaftlich – und zugleich zeigt sich im Weinbau besonders deutlich, vor welchen ökologischen Herausforderungen wir stehen. Darüber wollen wir ins Gespräch kommen.“ Auch Bürgermeisterin Dr. Sandra Vorlová unterstrich in einem einleitenden Grußwort die Bedeutung des Themas aus Sicht der Stadtverwaltung und teilte aktuelle Informationen aus dem Rathaus rund um den Weinbau.

Unter der Leitung der Gästeführer/-in Michael Schurr und Nicole Dietrich führte der Spaziergang zu zentralen Orten der Würzburger Weinkultur. Dabei schlugen sie die Brücke von der historischen Bedeutung der drei großen Würzburger Weingüter – im speziellen der Spital-Weingüter am Beispiel des Bürgerspitals –, über Genuss und Weinkultur bis hin zur Bedeutung des Silvaners und den Ursprüngen des Bauernkriegs durch die Abgabenlast der Winzer und Bauern. So wurde die Bedeutung des Weinbaus für Geschichte, Wirtschaft und Stadtentwicklung sichtbar – und schmeckbar. Denn neben fachlichem Input kam auch der Genuss nicht zu kurz: Ein Zwischenstopp im Lusamgärtlein bot Gelegenheit zum Aufwärmen bei Glühwein und Punsch. Für zusätzliche Atmosphäre sorgte die musikalische Darbietung von Walter Vogel als Walther von der Vogelweide.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Austausch aus der Praxis: In einem Zwiegespräch diskutierten Winzerin und Weinbauingenieurin Monika Abraham, die in Würzburg für eines von Deutschlands größtes Weinbau-Lohnunternehmen tätig ist, und der Würzburger Winzer Ludwig Knoll vom Weingut am Stein aktuelle Herausforderungen und mögliche Zukunftsstrategien. Themen waren unter anderem klimatische Veränderungen, nachhaltige Bewirtschaftung und wirtschaftliche Rahmenbedingungen angesichts des Strukturwandels im Weinbau. Knoll betonte dabei, dass Weinbau stärker aus der Perspektive der Pflanze verstanden werden müsse, um langfristig erfolgreich zu bleiben. Abraham ging auf die Bedeutung des Weinbaus für den Tourismus der Region ein und warb um mehr Anerkennung für die Winzer, die der Stadt und dem Umland die Voraussetzungen für den Weintourismus schaffen und erhalten. 

Die Veranstaltung bot Raum für Fragen und Gespräche und zeigte das große Interesse an der ökologischen und kulturellen Zukunft des Würzburger Weinbaus.