Das war: Wü ökologisch und sozial

Wie kann sich Würzburg ökologisch weiterentwickeln, ohne dass Wohnen unbezahlbar wird? Und wie verbinden wir Klimaanpassung, soziale Gerechtigkeit und eine hohe Lebensqualität für alle? Genau diese Fragen standen im Mittelpunkt unserer Veranstaltung „WÜ ökologisch und sozial“ von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Gemeinsam mit Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft haben wir über Zielkonflikte gesprochen – und vor allem über Lösungen. Denn für uns ist klar: Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Sie gehören zusammen. Unser Oberbürgermeister Martin Heilig machte deutlich, vor welchen besonderen Herausforderungen Würzburg steht: Hitzestau im Sommer, steigende Belastungen für ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich vorbelastete Personen – und gleichzeitig der dringende Bedarf an bezahlbarem Wohnraum.

Die Antwort darauf liegt nicht im Flächenverbrauch, sondern in einer klugen Stadtentwicklung: Umbau statt Neubau, Entsiegelung, Begrünung und die intelligente Nutzung bestehender Gebäude. Die baupolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion, Ursula Sowa, unterstrich die Bedeutung der Umbauordnung und ressourcenschonender Bauweisen.

Bestehende Gebäude weiterzuentwickeln spart CO₂, senkt Kosten und schützt wertvolle Flächen. Innovative Ansätze wie der „Gebäudetyp E“ zeigen, dass bezahlbares Bauen auch mit hohen Sicherheitsstandards möglich ist. Auch auf Bundesebene setzen wir uns für Entlastung ein. Die Bundestagsabgeordnete Mayra Vriesema machte deutlich, wie stark insbesondere junge Menschen unter der angespannten Wohnraumsituation leiden. Neben Investitionen in Studierendenwohnheime braucht es vor allem die konsequente Umnutzung leerstehender Büroflächen sowie wirksame Instrumente gegen überhöhte Mieten.

Aus wissenschaftlicher Sicht betonte Professorin Marit Rosol: Der vermeintliche Gegensatz zwischen ökologischen und sozialen Zielen ist oft konstruiert. Eine gerechte Stadtentwicklung muss von Anfang an beides zusammendenken – und klären, wie die Kosten der Transformation fair verteilt werden. Die Perspektive der Mieter*innen brachte David Full von der Mietergewerkschaft ein. Steigende Mieten, hohe Nebenkosten und mangelnde Instandhaltung belasten viele Menschen massiv. Besonders betroffen sind Studierende, ältere Menschen und Menschen mit Migrationsgeschichte. Hier braucht es klare politische Regeln gegen spekulativen Leerstand und eine stärkere öffentliche Verantwortung im Wohnungsbau.

Die Diskussion mit dem Publikum zeigte deutlich: Genossenschaftliche Wohnformen, die Aktivierung von Leerstand und eine aktive Rolle der öffentlichen Hand sind zentrale Bausteine für eine nachhaltige Zukunft.