Unser grüner Neujahrsempfang 2026


Würzburg, 11.01.2026
Der Neujahrsempfang von Bündnis 90/Die Grünen Würzburg am 11. Januar 2026 im
Jüdischen Kulturzentrum Shalom Europa stand im Zeichen von Zuversicht,
Demokratieverteidigung und dem Anspruch, Würzburg sozial gerecht, klimafreundlich und
zukunftsfähig zu gestalten.

Vorsitzende des Grünen Kreisverbands Würzburg-Stadt, Simone Artz, und Fraktionsvorsitzende
Barbara Lehrieder eröffneten die Veranstaltung gemeinsam und freuten sich über das bis in die
letzte Reihe der Empore voll gefüllte Haus. Der Empfang fand bewusst im Shalom Europa statt,
als klares Zeichen gegen Antisemitismus und für Solidarität mit Jüdinnen und Juden in Würzburg
und weltweit. In diesem Sinne freuten sich die Gastgeber ganz besonders über die Anwesenheit
des Hausherrn, Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden und Vorsitzender der
israelitischen Kultusgemeinde. In den Grußworten wurde betont, wie wichtig ein respektvoller
demokratischer Umgang, das Zusammenstehen der demokratischen Kräfte und der Einsatz der
Zivilgesellschaft in Zeiten von Polarisierung und Hass sind.


Oberbürgermeister Martin Heilig stellte den Empfang unter das Leitmotiv Zuversicht und zitierte
Hannah Arendt: „Der Sinn von Politik ist Freiheit“ – verbunden mit der Botschaft, dass Zukunft
gestaltet werden kann, wenn Menschen Verantwortung übernehmen. Er erinnerte an zentrale grün
geprägte Projekte der vergangenen Jahre, etwa den Ankauf des Faulenberg-Geländes zur
Schaffung von Wohnraum, die Sicherung der Posthalle als Kulturstandort und das klare
Bekenntnis, die Stadt nicht antidemokratischen Kräften zu überlassen. Heilig warb für eine
lebendige demokratische Streitkultur ohne Spaltung und Hetze und rief dazu auf, Freiheit und
Demokratie aktiv zu verteidigen, statt sich von Krisen lähmen zu lassen.


Klimabürgermeisterin Sandra Vorlová ordnete die weltpolitischen Krisen ein und beschrieb die
Verunsicherung, die bis in die Kommunalpolitik hineinwirkt, verbunden mit einem Plädoyer gegen
Lautstärke und Polarisierung. Sie betonte die Notwendigkeit, politische Brücken zu bauen,
Unterschiede offen zu benennen und am Ende tragfähige Kompromisse zu finden, statt
Kompromisse zum Selbstzweck zu machen. Vorlová hob die Bedeutung lokaler Klimaschutz- und
Klimaanpassungspolitik hervor – von mehr Stadtgrün und Entsiegelung über die „Schwammstadt“
bis hin zu Trinkbrunnen, kühlen Aufenthaltsorten und einer „kühlen Achse“, die Menschen auch an Hitzetagen sicher durch die Stadt führt.


Fraktionsvorsitzender Konstantin Mack erinnerte daran, dass die Grünen seit 2020 mit 16
Stadträtinnen und Stadträten die stärkste Fraktion im Würzburger Stadtrat stellen und trotz
krisengeprägter Jahre „viel bewegt“ haben. Er nannte konkrete Erfolge: dichtere Takte bei Bus
und Straßenbahn, die Finanzierung der Straßenbahn zum Hubland, die geplante Erweiterung zur
Uniklinik, die Verbesserung der Verkehrssicherheit für Fuß- und Radverkehr sowie den Umbau des
Nadelöhrs an der Löwenbrücke. Weitere Schwerpunkte waren die Schaffung bezahlbaren
Wohnraums sowie der Ausbau von Familienstützpunkten und Begegnungsräumen in den
Stadtteilen. Mit Blick auf die Kommunalwahl 2026 kündigte Mack eine starke Liste mit erfahrenen
und neuen Gesichtern an und unterstrich den Anspruch, Würzburg gerecht, klimafreundlich und
zukunftsfähig weiterzuentwickeln und die demokratischen Kräfte im Stadtrat zu stärken.


Lilli Grosch und Lars Mantel, Spitzenkandidaten der Grünen Jugend für den Stadtrat, betonten,
dass Würzburg sich im Aufbruch befinde, mehr Grün, Schatten, Aufenthaltsqualität und
bezahlbaren Wohnraum brauche und die Grüne Jugend als Antriebsmotor der Partei für eine
Stadt eintrete, die an ihre Zukunft glaubt.


Die Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag, Katharina Schulze, hob die symbolische Bedeutung des Veranstaltungsorts Shalom Europa hervor, warb für ein entschlossenes
gemeinsames Auftreten aller Demokratinnen gegen jegliche Form des Antisemitismus und rief zu gesellschaftlichem Engagement auf – „Du bekommst die Welt nicht besser gemeckert, du musst sie besser machen.“ Schulze machte sich für mehr Investitionen in frühkindliche Bildung und bezahlbares Wohnen, für schnelleren Ausbau von Windkraft und eine zukunftsfähige Wirtschaftspolitik stark und verwies auf Vorschläge der Grünen Landtagsfraktion wie eine oder einen „Zukunftswächter“, die Gesetzesvorhaben auf ihre Zukunftstauglichkeit prüfen soll. Der Neujahrsempfang endete mit einem klaren Signal: Die Würzburger Grünen wollen 2026 ihre Rolle als stärkste Kraft im Stadtrat bestätigen, demokratische Strukturen stärken und die großen Themen Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und bezahlbares Wohnen zusammen denken. Mit dem Appell zu Mut, Zusammenhalt, Freiheit und Frieden verbanden die Rednerinnen den Wunsch
nach einem Jahr, in dem möglichst viele Menschen in Würzburg Verantwortung übernehmen und
aktiv daran mitwirken, die Stadt menschlich und zukunftsfest zu gestalten.