WÜ demokratisch stabil – Würzburg bleibt stabil gegen Rechts

Lukas Weidinger

Wie steht es um unsere Demokratie – und wie bleibt Würzburg stark gegen  Demokratiefeinde? Diese Fragen standen im Mittelpunkt unserer Podiumsdiskussion letzten Freitag. Gemeinsam mit Aktueren aus Politik und Zivilgesellschaft wurde deutlich: Demokratie braucht Haltung, Sichtbarkeit und eine aktive Stadtgesellschaft.

Auf dem Podium diskutierten:

  • Cemal Bozoğlu (MdL), Sprecher gegen Rechtsextremismus der Grünen Landtagsfraktion. Er zeigte anhand umfangreicher Auswertungen von AfD-Reden auf, wie tief rechtsextreme Ideologie inzwischen verankert ist – und warum es entscheidend ist, diese Aussagen offen zu benennen und zu dokumentieren. Nur so können demokratische Institutionen reagieren und die Brandmauer nach rechts glaubwürdig verteidigt werden.
  • Anette Seidel-Arpaci, Leiterin von RIAS Bayern, machte das alarmierende Ausmaß von Antisemitismus sichtbar. Seit dem 7. Oktober haben antisemitische Vorfälle deutlich zugenommen – auch in Schulen. Ihr Appell: Betroffenen zuhören, ihre Wahrnehmung ernst nehmen und antisemitische Denkmuster konsequent benennen. Wegsehen oder Verharmlosen schwächt die Demokratie.
  • Stefan Lutz-Simon vom Würzburger Bündnis für Zivilcourage und Demokratie betonte die Stärke Würzburgs: eine aktive, engagierte Zivilgesellschaft mit vielen Ehrenamtlichen, die sich klar gegen Rassismus und Rechtsextremismus positionieren. Gerade bei jungen Menschen gebe es neben besorgniserregenden Tendenzen auch eine wachsende Bereitschaft, Demokratie aktiv zu verteidigen.
  • Dr. Christina Burger vom AK Stolpersteine Würzburg zeigte, wie wichtig lebendige Erinnerungsarbeit ist. Demokratiebildung gelingt dann, wenn Geschichte mit der Gegenwart verbunden wird – und junge Menschen Raum bekommen, über Ausgrenzung, Gewalt und Verantwortung zu sprechen.
  • Moderation: Konstantin Mack, Spitzenkandidat und Fraktionsvorsitzender

Fazit: Demokratie braucht Engagement – jeden Tag

Einigkeit bestand darin, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist. Sie lebt von einer starken Zivilgesellschaft, politischer Klarheit gegen Rassismus und Antisemitismus, ausreichender finanzieller Unterstützung für Bildungs- und Beratungsarbeit sowie von einer offenen Debattenkultur. Hoffnung kommt dabei vor allem aus der Gesellschaft selbst – aus engagierten Initiativen, aus solidarischem Handeln und aus jungen Menschen, die nicht bereit sind, demokratische Werte preiszugeben.

Demokratie zu verteidigen heißt: sichtbar sein, widersprechen, zuhören – und gemeinsam handeln.

Lust auf mehr?

Die Podiumsreihe geht weiter!

📍 „Wü gut angebunden“

🗓 29.01. | 19 Uhr

📌 Mozartareal

Kommt vorbei, hört zu und bringt eure Perspektiven ein! 💚🌻