KV Würzburg - Stadt

Wann bekommt man schonmal die Gelegenheit als Bürger*in seine vier Kandidat*innen für den Landtag und den Bezirkstag in persona zu treffen und seine Fragen stellen zu dürfen? Für viele Interessierte bot sich diese Möglichkeit am Freitag, 22. September, in der Theaterhalle in Würzburg. Anwesend waren neben den Landtagsabgeordneten Patrick Friedl und Kerstin Celina auch die Bezirkstagsmitglieder Christina Feiler und Gerhard Müller, sowie Würzburgs Klimabürgermeister Martin Heilig. 

Nach einer herzlichen Begrüßung durch Simone Artz (Vorsitzende der Grünen Würzburg-Stadt) und Christian Stück (Vorstandsmitglied der Grünen Würzburg-Stadt) begann Christina Feiler, seit fünf Jahren Bezirksrätin für Würzburg-Land. Als Physiotherapeutin und stellvertretende Behindertenbeauftragte im Bezirk nahm sie sich ihr absolutes Herzensthema – die Inklusion vor. „Inklusion geht uns alle etwas an, sie trägt zu einer bunteren und offeneren Gesellschaft bei“, so plädierte sie für eine intensivere und vielfältigere Einbindung von Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft. Ihr Kollege Gerhard Müller, der sich bereits ein Jahrzehnt im Bezirkstag für die Menschen aus Würzburg-Stadt einsetzt, drückte seine Sorge vor den gesundheitlichen Folgen der Klimakrise aus. Besonders alte Menschen in den Innenstädten leiden zunehmend unter der Hitze. „Klimaschutz sei zunehmend unabdingbar um solch gesundheitsgefährdenden Entwicklungen eindämmen zu können“. 

Als sozialpolitische Sprecherin der grünen Fraktion im bayerischen Landtag, dem sie seit 2013 angehört, stand bei Kerstin Celina natürlich die Sozialpolitik im Vordergrund. „Auf Bundesebene haben wir mit dem 9-Euro-Ticket und dem Deutschlandticket viel erreicht. Wichtig ist, dass wir jetzt da, wo das Angebot an Bussen und Bahnen noch nicht gut ist, die Anbindungen verbessern, denn die Bereitschaft zum Umsteigen ist da“. Sie bemängelte, dass in Bayern Deutschlandtickets für Menschen ohne Smartphone immer noch nicht auf einer Chipkarte angeboten würden und die Digitalisierung bei den bayerischen Verkehrsverbünden „unendlich langsam“ vor sich gehe. In Hessen und Baden-Württemberg geht das schon lange, in Hamburg bekommt man die Karte mit dem Deutschland-Ticket sogar per Post zugeschickt. „Bayern ist hier Entwicklungsland: weder können digitale Tickets in den Bussen kontrolliert werden, noch können analoge Karten verkauft werden – so wird das nichts mit dem Umstieg“. Auch machte sie klar, dass jedes Kind in Bayern die gleichen Chancen erhalten sollte und die Bekämpfung der Kinderarmut für sie kein Thema sei, das man getrost aufschieben könne: „wir sollten darauf hinarbeiten, dass jedes Schulkind ein kostenloses gutes Mittagessen bekommen kann“. Auch auf das Thema Pflege ging sie ein und schilderte auch ihre eigenen Erfahrungen als pflegende Angehörige. „Gute Pflege kostet Geld, das aktuelle System ist am Limit“ sagte sie.

Letzter Redner vor der Fragerunde war der Landtagsabgeordnete für Würzburg-Stadt Patrick Friedl, der 2018 erstmals für die Grünen das Direktmandat in Würzburg errungen hat. Seine Spezialgebiete, der Naturschutz und Klimaanpassung standen bei ihm Fokus. Ein großes Anliegen ist ihm die Bewahrung der Moore Bayerns vor der Austrocknung, die essentiell für den Klimaschutz sind. Als Beispiel nannte er das Schwarze Moor in der Rhön, welches er erst vor wenigen Wochen mit der Vorsitzenden des Umweltausschusses besuchte. Er bekräftigte den Wunsch nach einer, der Klimakrise angepassten Stadtentwicklung und die Dringlichkeit der Umsetzung des Würzburger Hitzeaktionsplans. Ganz besonders setzt sich Patrick Friedl für den Wasserschutz ein: „Das Wasserschutzgebiet Zeller Quellen muss so schnell wie möglich aufs gesamte Einzugsgebiet erweitert werden von aktuell 7 auf 66 km2. Für Bayern fordern wir in den nächsten Jahren die Verdoppelung der Wasserschutzgebiete von knapp 5% auf über 10%. Wasserschutz ist eine unserer zentralen Zukunftsaufgaben.“

Im Anschluss an die Vorstellung der Kandidierenden und deren Kernthemen gab es für alle Anwesenden die Möglichkeit Fragen an die Kandidierenden zu stellen, was auch gerne genutzt wurde. So wurde beim Thema Moore nachgehakt, das Thema „Schule“ aufgenommen und nachgefragt, wie es bei den Grünen um die Wirtschaftskompetenz bestellt sei. Verwiesen wurde auf die erst vor kurzem gegründete Gruppe „Grüne Wirtschaft“, ein Zusammenschluss aus selbstständigen Unternehmer*Innen (Mitglieder und Nicht-Mitglieder der Grünen), die sich regelmäßig trifft, um sich hinsichtlich wirtschaftlicher Themen auszutauschen. Auch alle übrigen Fragen der Gäste ausführlich beantwortet und angeregt diskutiert. Simone Artz und Christian Stück beschlossen einen spannenden Politik-Abend in der Theaterhalle. 


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